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Stellungnahme zum Artikel "Opfer von sexueller Gewalt sind den Tätern oft zugeneigt"


Am 24. Oktober 2020 ist ein Artikel unter dem oben genannten Titel in der Ludwigsburger Kreiszeitung erschienen. Dabei wurde die Beratungsstelle Silberdistel zur neuen Gesetzgebung bzgl. Kinderpornographie und zu Schulung von Familienrichter*innen befragt. Leider ist es uns rechtlich nicht möglich, den Artikel bzw. das Interview an dieser Stelle zu veröffentlichen.

Als Fachberatungsstelle gegen sexuelle Gewalt ist es uns sehr wichtig darauf hinzuweisen, dass diese Überschrift aus dem Kontext genommen wurde und dadurch leider den Eindruck erwecken kann, dass Betroffene Übergriffe gewollt haben bzw. eine Mitschuld an Übergriffen tragen.
Dies spiegelt nicht die Meinung der Beratungsstelle bzw. des Vereins Silberdistel e.V. wieder. Im Gegenteil: seit Bestehen der Beratungsstelle ist es Teil unserer Arbeit das hartnäckige Vorurteil, dass betroffene Mädchen und Jungen eine Mitverantwortung an Übergriffen tragen, auszuräumen.

Im Interview war es uns ein Anliegen zu vermitteln, dass Kinder nicht unbedingt Angst vor den Täter*innen haben. Täter*innen wenden aus ihrer Machtposition heraus Strategien an, mit welchen sie das Vertrauen der Kinder erschleichen und dies in der Folge oft ambivalente Gefühle bei Mädchen und Jungen hervorruft.

Aus unserer Sicht wäre es fatal, wenn Menschen die Entscheidungen zum Schutz von Kindern treffen davon ausgehen würden, dass keine sexuellen Übergriffe stattfinden, nur weil das Kind vor den Täter*innen keine Angst zeigt bzw. ihm/ihr vertrauensvoll begegnet.

Falls sich Leser*innen durch die Überschrift missverstanden gefühlt haben, hoffen wir dies mit unserer Stellungnahme aus dem Weg geräumt zu haben.